Neue Abricht- und Dickenhobel: Felder AD741

Unsere Holzwerkstatt ist aktuell in den Fokus gerückt. Nach der neuen Formatkreissäge und der Einrichtung der zentralen Absauganlage haben wir nun unseren Dicken- und Abrichthobel ausgetauscht.

Der bisherige Hobel, ein Scheppach HMC2600 mit 260mm Hobelbreite, werden wir verkaufen. Wie auch die anderen Holbearbeitungsmaschinen stammen sie ursprünglich von meinem Opa, der als Schreiner in Rente noch fleißig Massivholzmöbel gebaut hat. Ich denke Opa hätte das Upgrade auch gefallen 🙂

Suche

Eigentlich hatte ich nach einer gebrauchten Hobelmaschine gesucht, für unsere Zwecke wäre das mehr als ausreichend gewesen. Gesucht haben wir mit folgenden Eckpunkten:

  • Dicken/Abrichtkombination
  • Hobelbreite ab 400mm
  • Massive Bauweise mit schwerem Gusstisch
  • Antrieb >3kW

Und haben folgende Maschinen in die engere Auswahl gebracht:

  • SCM FS520 oder FS420
    • Solide und unzerstörbar
    • Auch nach 25 Jahren plus noch sehr wertstabil (=teuer)
  • Felder 741
    • Sehr wenige auf dem Gebrauchtmarkt
    • Wenn, dann immer ohne Spiralmesserwelle
  • Felder 941
    • Häufiger gebraucht anzutreffen
    • Allerdings auch fast immer ohne Spiralmesserwelle
  • Hammer a3-41
    • Gute Gebraucht-Verfügbarkeit
    • War mir am Ende zu leicht / nicht solide genug

Ich hatte wegen der Betriebsanleitung für die K700S kurz in Kontakt mit Felder und hatte meine Suche nach einer gebrauchten Maschine anklingen lassen. Leider gab es aktuell nichts passendes.

Nach zwei Wochen meldete sich dann der sehr freundliche Vertrieb mit einem Jubiläumsangebot für eine Neumaschine bei mir. Eigentlich war das nicht geplant und nach dem FKS Kauf auch nicht budgetiert… Das Angebot war jedoch gut und ich konnte noch ein paar Optionen mit reinverhandeln. Lange Rede, ich habe zugeschlagen und entgegen unseres generellen “Gebraucht-Maschinen-Mandras” eine Neumaschine gekauft.

Felder AD7-41

Schon in der Standardausstattung ist die Maschine gut aufgestellt, mit den gewählten Optionen wird’s aber deutlich komfortabler.

  • 5,5 kW Motor mit Stern/Dreieck Anlauf (Standard 3 kW)
  • Digitale elektronische Höhenverstellung (Standard manuell)
  • Silent Power Spiralmesserwelle (Standard Zweimesser-Systemwelle)
  • Schaltausgang für Absaugung
  • Schaltausgang für Zusatz- / Vorschubgeräte
  • Euro Komfort-Messerwellenabdeckung, zweifach Abklappbar (Standard Nicht-Abklappbar)

Spiralmesserwelle bzw. Felder Silent Power

Auf der 410er Welle befinden sich 63 Schneidplatten mit jeweils vier nutzbaren Schneiden. Felder gibt eine bis zu 20x höhere Standzeit an, wir werden berichten. Ein Vorteil ist aber auf jeden Fall, dass auch einzelne Platten getauscht werden können falls doch mal ein Nagel durch die Welle gegangen ist. Normale Hobelwellen kann man hingegen nur als Ganzes tauschen.

Bei Felder liegen die Platten Liste bei 5,98 EUR / Platte, was bei einem Gesamtaustausch mit 374 EUR zu Buche schlägt. Alternativ gibt es von Agefa kompatible platten für ca. 225 EUR.

In Sachen Laufruhe und Geräuschentwicklung ist die Spiralmesserwelle echt eine Wucht. Hobeln ohne Gehörschutz ist kein Problem, auch bei voller Breite und 2mm Spanabnahme.

Lieferung

Unspektakulär. Mit unter 600Kg konnte die Maschine noch mit Ladebordwand geliefert werden und ich musste keinen Stapler organisieren. Die Maschine war ordentlich verpackt und alle blanken Flächen mit Schutzpapier abgedeckt.

Von der Palette runter gings über eine Rampe, die Anleitung hat auch gleich die Maße von Brettern und Unterleghölzern sauber aufgelistet. Was jedoch nicht so gut gelöst war ist die Transportstütze in Form eines einzuschraubenden Bolzenz – mit meinem Hubwagen neigte sich die Hobelmaschine extrem zur Seite… Mit Hilfe eines zweiten Hubwagens ging es dann relativ entspannt.

Aufstellung & Inbetriebnahme

Hier hatten wir bereits alles vorbereitet. Stromanschluss, Absauganschluss sowie die Signalleitung für die Absaugsteuerung.

Die Maschine selbst ist 2 Meter lang – zum sinnvollen arbeiten braucht es in beide Richtungen noch mal mindestens 2,5m um längere Werkstücke bearbeiten zu können, in Summe also 7m. Durch eine verschachtelte Aufstellung vor der Formatkreissäge haben wir das gerade so hinbekommen.

Nevelierfüße sind bei Holzbearbeitungsmaschinen scheinbar nicht ganz so verbreitet. Der Boden in unserer Werkstatt ist extrem buckelig, weswegen wir die Maschine massiv unterlegen mussten. Bei nächster Gelegenheit werden wir ein paar schönere Klötze fertigen.

Testhobeln

Extra für diesen Zweck hatten wir schon Buche und Eiche bereitgelegt, richtig Freude hatte ich allerdings mit diesem Stück Bohle. Rechts der unbearbeitete Bruder, Links das Ergebnis.

Kann sich sehen lassen – Hobelergebnis fast wie geschliffen. Viel Nachbearbeitung ist hier jedenfalls nicht mehr nötig und die Holzmaserung ist schön in Szene gesetzt. Hübscher Nebeneffekt der Spiralmesser-Hobelwelle: Es ist deutlich leiser und vibrationsfreier. Felder verspricht eine Halbierung der Lärmemissionen, gefühlt kommt das hin.

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