Neue Maschine! Was wird es diesmal?

Mittlerweile hat sich ein gewisser Rhythmus eingestellt was „neue“ Maschinen angeht. Hoffentlich setzt sich dieser Trend nicht ungehindert fort… 🙂

  • 2023 – Jakobsen Flachschleifmaschine
  • 2024 – DMU 50T CNC Fräsmaschine
  • 2025 – Spinner TC65 CNC Drehmaschine
  • 2026 – ??

Und nun, fast genau 12 Monate später, im August 2026 eine…

Fanuc Alpha 1iB Drahterodiermaschine.

Fündig geworden sind wir im Sauerland, etwa 70Km von unserer Werkstatt entfernt. Eine ca. 3t schwerer Erodiermaschine aus 2001 in solidem Zustand.

Die wichtigsten Daten:

  • Verfahrwege X/Y/Z/U/V: 520/370/310/120/120mm
  • Konik: Max 30°
  • Geschwindigkeit Eilgang: 900mm/min bzw. 450mm/min in U/V
  • Max Werkstückgewicht: 1.000 Kg
  • Gesamtanschlusswert: 13 kVA

Über die Jahre sind Drahterodiermaschinen deutlich kompakter geworden, am Grundprinzip hat sich jedoch nur wenig geändert. Die Alpha 1iB ist noch alte Schule und braucht fast 12qm Raum, wenn man neben der 9qm reinen Stellfläche auch noch die Bewegungsflächen mitzählt.

Was zunächst nach einem großen Nachteil klingt, ist in der Praxis nicht unbedingt schlecht. Durch ein getrenntes und sehr umfangreiches Wasserbecken (750l!) außerhalb des Maschinenkörpers ergibt sich ein klarer Vorteil im Wärmemanagement.

Steuerung

Fragt man Erodierer nach der besten Steuerung, so fällt ziemlich häufig Fanuc. Mangels Erfahrung können wir dazu bislang noch nichts sagen, sind allerdings froh dass wir so wenigstens in Sachen Support nicht lange suchen müssen.

Damit das so bleibt haben wir erst einmal ein Backup gemacht. Das ging erstaunlich gut über einen PCMIA Adapter mit CF Karte – zumindest nachdem man Boot-Menü über einen Drehschalter hinter dem Bedinefeld umstellt.

Zubehör

Zur Maschine gehörte auch ein bisschen Zubehör, worüber wir äußerst froh sind. Im Bereich Erodieren ist alles ein wenig teurer, untere anderem weil alles mit Kontakt zum Dielektrikum („Wasser“) strikt rostfrei sein muss.

Neben Spannmitteln waren auch noch ein paar Rollen Draht, ein vollständiger Satz Filter und diverse Ersatzteile für die Drahtführung sowieso Düsen dabei. Damit sollten wir – zuzüglich Harz – auch recht Zeitnah starten können.

Transportvorbereitungen

Für den bevorstehenden Transport musste erst einmal einiges an Transportsicherungen verbaut werden.

Bei der Maschine steht der Schaltschrank getrennt und es gibt noch mal ein extra Gehäuse für den Trafo. Entsprechend mussten im nächsten Schritt die ganzen Verbindungen für Sensoren, Aktoren, Motoren und Encoder getrennt werden – wovon die Maschine eine unglaubliche Menge besitzt. Zwar ist alles beschriftet und Stecker sind auch Codiert, zur Sicherheit gab’s aber trotzdem noch mal eine Menge Fotos und zusätzliche Beschriftungen.

Das Bedienpanel haben wir gleich mitgenommen, dann kann beim Transport schon mal nichts mehr passieren. Ersatzteile sind sehr teuer, wenn auch verfügbar.

Transport

Wie so oft beim Kauf einer Werkzeugmaschine bestand auch in diesem Fall Zeitdruck. Der Verkäufer musste die Halle zum Monatsende räumen und es war Eile geboten.

Nachdem uns die erste Spedition für den Transport abgesagt hatte und auch zwei weitere Anfragen wenig erfolgreich waren, ergab sich eine Möglichkeit in unittelbarer Nachbarschaft (zur Maschine). Die Firma Kniep Fahrzeugtechnik, ein Familienunternehmen und Multitalent in der Region, hat Ausbringung und Transport professionell umgesetzt.

Für den 10t Hyster war die Maschine kein wirklicher Gegner.

Um das Abladen sowie Einbringen der Maschine haben wir uns dann wieder selbst gekümmert – natürlich wieder mit einem Stapler von Gabelstapler Finger aus Wermelskirchen. Hier mit einem 5t Elektrostapler. Dank Zinkenverstellgerät und Verschieber waren die unterschiedlichen Teile in etwas über 45 Minuten abgeladen. So langsam kommt Routine rein.

In der Halle gings dann wieder auf den Transportrollen weiter. Zum Rücken haben wir uns eine Akkuschrauber-Seilwinde gegönnt – sehr gut investierte 140 Euro! Auf dem Weg haben wir dann noch fix die leicht angerosteten Maschinenfüße gestrahlt und zweifach lackiert. Das hält jetzt wieder für die nächsten 25 Jahre 🙂

Da steht sie nun, die Drahterodiermaschine. Bild zwei sieht noch etwas wild aus, ist aber in der Tat die finale Position von Schaltschrank, Wasserbecken, Kühler sowie Drahtauffang.

Jetzt gibt es noch einiges zu putzen und ein paar Stellen zu entrosten. Im Anschluss werden wir die ganzen Verbindungen wiederherstellen – elektrisch, pneumatisch und hydraulisch zusammen über 60 Verbindungen

Zum Schluss noch einmal vielen Dank an meinem Vater, der mal wieder tatkrägtig das Abladen sowie die Einbringung der Maschine unterstützt hat.

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