Werkzeug: Korradi UW1 Fräsmaschine – Untergestell

Heute widmen wir uns dem Untergestell für unsere UW1.

Wie bereits im ersten Artikel über die Maschine erwähnt benötigt die Z Achse eine Öffnung im Fundament, da die Spindel bei komplett herab gefahrenem Tisch über die Unterkante der Maschine hinaus ragt. Da wir einen neuen Bodenbelag in der Werkstatt haben (teilweise mit Fußbodenheizung) also keine Option.

Zusätzlich ist der Platz rar gesät, weswegen alle Maschinen selber oder mit dem Palettenhubwagen bewegbar sein müssen.

Der Plan

Da wir den Schwerpunkt der Maschine nicht genau kennen haben wir uns dazu entschlossen den Rahmen etwas breiter zu gestalten. Gerade beim verfahren mit dem Hubwagen sollte das hilfreich sein und ist auch nötig, um den Hubwagen von vorne überhaupt unter die Maschine zu bekommen

Material

U-Stahl 65x42x6 mm S 235 JR DIN EN 10729
Flachstahl 60×5 mm S 235 JR DIN EN 10729
Gewinde Einschweißmutter M16
Maschinenfüße 85×85  mm M16

Metallarbeiten

Wie gewöhnlich wurden die Teile von Fabian im MIG Verfahren zusammengeschweißt. Der hat sich gefreut, denn schließlich gab es diesmal mit 6mm auch endlich mal eine ordentliche Materialstärke zu Verarbeiten.

Bei den 28er Bohrungen für die Einschweißmuttern konnte sich die Maschine direkt mal nützlich machen. Die Kernbohrungen waren jedenfalls super schnell erledigt.

Umzug

Bisher stand die Maschine festgeschraubt auf einer Palette. Beim Ausladen hatte uns wieder einmal Martin mit seinem Traktor geholfen. Ohne Kran müssen die knapp 1,1t nun ihren Weg auf den neuen Rahmen finden.

Wir haben uns dafür entschieden Bohlen der Palette mit der Kettensäge einzuschneiden. Danach war der Plazt ausreichend für unseren neuen 2 t Niederhubwagenheber. Jetzt da nur noch eine Seite der Maschine die Palette berührt ließ sich diese mit zwei Brechstangen nach vorne verschieben. Zunächst wurde die hintere Stütze montiert und dann nach erneutem rangieren die vordere. Im angehobenen Zustand konnte dann auch der klägliche Rest der Palette entfernt werden.

Fazit der Aktion: Safety first! Gerade wenn der Schwerpunkt nicht genau bekannt ist und die Maschine hoch steht ist mit Lasten von über 1 t nicht zu Spaßen. Bei der Verwendung von Hebemitteln (hier Wagenheber) sollte jederzeit für ausreichende Abstützung/Unterlage gesorgt werden, damit die Maschine im Notfall nicht umkippen kann.

Fertig!

Das Resultat kann sich sehen lassen.

Zwischen den beiden Traversen gibt es aktuell noch keine Verstrebung. Sollte sich zeigen, dass die Stabilität nicht ausreicht werden wir diese noch nachrüsten. Material ist noch ausreichend vorhanden…

Nebenbei: Reparatur Maschinenschraubstock

Vor einigen Monaten hatten wir einen gebrauchten Röhm Maschinenschraubstock mit hydraulischer Spannunterstützung gekauft. Leider hatte der Verkäufer diesen nicht sonderlich gut verpackt und der Schraubstock erlitt einen Transportschaden.

Die Spindel ist zwischen beweglicher Backe und Hydraulikeinheit um ca. 5mm abgeknickt, womit der Schraubstock nicht mehr zu benutzen war.

Was sich kalt in die eine Richtung verformt hat, muss sich auch kalt wieder zurück verformen lassen. So zumindest die Theorie. In der Praxis haben wir die Spindel in die Drehbank eingespannt und mit einem übergezogenen Vierkantrohr wieder gerade gerückt.

Die Schraubzwingen sind übrigens dem Fakt geschuldet, dass wir keine ausreichend langen Schrauben für das Spannfutter auf Lager hatten. So musste das Futter improvisiert auf dem Flansch halten.

Die Reparatur ist geglückt und der Schraubstock nun wieder voll einsatzfähig.

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