Werkzeug: Cazeneuve HBX360 (Teil 5)

An dieser Stelle mal wieder ein Update von der Cazeneuve HBX360 Drehbank. Die Restauration hat bisher deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als erwartet, doch so langsam sieht der Haufen bunter Einzelteile wieder wie eine Maschine aus.

Was bisher geschah… Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Lackierung

Fabian hat sich der Lackierung des unteren Sockels sowie der gesamten weiteren Schwarzgrauen Teile angenommen. Die Farbkombination Lichtgrau (RAL 7035) und Schwarzgrau (RAL 7021) sieht jedenfalls schon mal super aus!

Verbrauch: 1Kg MIPA 2K Lack. Insgesamt werden wir am Ende ca. 7Kg Lack verbraucht haben.

Hier noch ein Beispiel dafür, was ein bisschen neue Farbe doch ausmachen kann:

Auch der Schaltschrank strahlt wieder im neuen Glanz. Zur Erinnerung, früher sah das innere des Schranks noch ganz anders aus…

Eigentlich wollte ich das Bremspedal zum lackieren ja in eine ER32 Spannzange und dann in die Fräsmaschine einspannen… Aber so geht’s natürlich auch. Farbton RAL 1023 Verkehrgelb.

Auch die letzten großen Blechteile strahlen nun wieder wie am ersten Tag. Im Nachhinein hätte wir doch die ein oder andere Beule vorher noch entfernen/spachteln sollen…

Hier und da kam dann doch wieder der kleine Perfektionist durch. Die Übergänge zwischen dem hellen und dunklen Grauton wurden noch einmal nachbearbeitet. Dabei sind die Stellen nachher im montierten Zustand gar nicht mehr sichtbar. Mittlerweile ist mir aber auch klar geworden wieso die Maschine im Original nur einfarbig lackiert ist…

Und hier noch der Zwischenstand in voller Pracht und Blüte.

Bleibt nach wie vor noch die Lackierung des Schlosskastens. Leider hatten wir dabei ein paar technische Probleme, weswegen das gesamte Bauteil in Kürze zum Abbeizen in unser Säure/Aceton/Nitro-Bad muss.

Teile

Um eine etwas teurere Ersatzteilebestellung habe ich mich bislang gedrückt: 7 Kugellager für insgesamt 350 Euro. Den Löwenanteil machen 3 Stück zu je ca. 70 Euro aus. Hilft ja alles nichts…

Ausflug ins Grüne

Um die Werkstatt mal wieder einer Grundreinigung zu unterziehen musste die Drehbank kurz ins Freie weichen. Bei sonnigem Wetter sollte das kein Problem sein. Nach einer Stunde war die Werkstatt aufgeräumt und die Maschine sollte zurück. Zwischenzeitlich hatte jedoch die Punktlast der Hubwagenrollen das Pflaster in der Einfahrt dermaßen weggedrückt, dass der Rückweg nicht mehr möglich war.

Erst durch einen Notbehelf mit einem hydraulischen Wageneber konnte die Maschine wieder in die Werkstatt verfrachtet werden. Lektion gelernt! (Ich brauche endlich einen eigenen Gabelstapler!!!)

Montage

Folgt in Kürze!

Gedanken

In Zwischenzeit haben wir uns ein paar Überlegungen zum dauerhaften Betrieb der Maschine gemacht.

Korrosion

Einige Fehler / Schäden an der Maschine waren klar auf längeren Stillstand zurück zu führen. Da war z.B. der Rost im Schlosskasten bzw. an den darin verbauten Kugellagern. Dieser ist sehr wahrscheinlich auf eingedrungenen KSS zurück zu führen. Zersetzt sich mit der Zeit die Emulsion aus Wasser und Öl führt das unweigerlich zu Korrosion.

Hier werden wir mit einer Flächenabdichtung des Schlosskastens sowie regelmäßiger Wartung / Ölwechsel entgegenwirken. Außerdem planen wir am Anfang erst mal komplett auf KSS zu verzichten.

Öllecks

Die Maschine verfügt über ein aufwendiges hydraulisches System, welches gleichermaßen für die Antriebsvariomatik sowie die diversen (Ge)triebe verwendet wird. Das ist zwar sehr praktisch, sorgt jedoch auch für viele Fehlerquellen / mögliche Leckagen. Immerhin befinden sich über 35 Liter Hydrauliköl in der Maschine!

Natürlich haben wir prophylaktisch fast alle Dichtungen ausgetauscht. Für die erste Inbetriebnahme werden wir jedoch trotzdem alles mit Tüchern auslegen um mögliche Lecks gleich erkennen zu können.

Standort

Der Platz in der Werkstatt ist beschränkt und die Maschine hat einen Platzbedarf von über 2 m²…  Entsprechend ist eine kluge Planung notwendig.

Entgegen der Anleitung werden wir die Maschine nicht mit dem Fundament verbinden / verankern. Erstens, weil wir nicht genug Platz hinter der Maschine haben um im Bedarfsfall an den Schaltschrank zu kommen und zweitens, da wir vermutlich nie extrem schwere Teile bearbeiten werden.

Eine genaue Ausrichtung auf ausreichend breiten Maschinenfüßen (welche uns freundlicherweise vom Vorbesitzer überlassen wurden), sollte für unsere Zwecke ausreichen.

Werkzeug

Derweil findet sich langsam das erste Werkzeug für die Maschine in der Werkstatt ein. Bei eBay finden sich in regelmäßigen Abständen hochwertige Werkzeuge zu guten Preisen. Alleine die WP aus den beiden Angeboten müssten doppelt so viel Wert sein wie der Gesamtpreis inklusive Werkzeughalter.

Vermutlich haben wir aufgrund der Maschinengröße einen kleinen Vorteil: Für die Hobbymaschine im Keller sind 25mm Werkzeughalter zu groß und Profis mit den entsprechenden Maschinen kaufen ihr Werkzeug eher beim Händler des Vertrauens, weil die Verfügbarkeit gewährleistet ist.

Fehlen nur noch ein paar Multifix Größe B. Leider war bei der Maschine nur ein einziger Halter dabei… Preise für Halter in dieser Größe fangen bei ernstzunehmender Qualität bei etwa 70 Euro an.

Aus Opas alter Schreinerei haben wir noch einen kleinen Schleifbock annektieren gewinnen können. Falls die WPs doch mal zu langweilig werden oder an ihre Grenzen kommen sollten, kann man sich so einen Drehstahl aus HSS (oder besser Karbid) selbst herstellen.

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