Cazeneuve HBX360 (Teil 3) – Abbeizen und Lackieren

Es geht weiter mit der Restauration der HBX360 Drehbank im Dritten Teil…

Was bisher geschah… Teil 1, Teil 2
Mehr in Teil 4

Elektrik

Bei der Elektrik bzw. beim Schaltschrank haben wir uns entschieden erst einmal keine Veränderungen vorzunehmen. Wünschenswert wären Sicherungsautomaten sowie ein ordentlicher Motorschutzschalter. Doch erst einmal läuft alles einwandfrei und wir werden uns erst einmal auf die Aufbereitung der Mechanik konzentrieren.

Kleine Ausnahmen gibt es jedoch…

Kabel

Die Kabel in der Maschine sind teils etwas wirr verlegt und nicht mehr von bester Qualität. Diverse Leitungen werden ausgetauscht, Kabelschuhe werden nachgerüstet und Kabelschutzrohre verbaut.

Bedienpanel

Neuere Versionen der HBX360 sind frontseitig mit einigen Bedienelementen ausgestattet. Bei unserem Modell fehlen diese gänzlich. Kurzerhand entstand aus dem EATON Befehls und Meldegerätebaukasten folgendes Panel:

Die Position müssen wir noch festlegen. Vermutlich wird das Panel über dem Spindelstock sitzen und somit gut erreichbar sein ohne über das Werkstück greifen zu müssen.

Lackierung

Abbeizen

Nachdem das Abbeizen mit den frei verkäuflichen Mitteln nur schlecht bzw. teils langsam von statten ging, habe ich mich für eine rabiatere Methode entschieden. Seitdem mittlerweile keine Chlorkohlenwasserstoffe mehr im Abbeizer zugelassen sind, musste etwas anderes (ähnlich starkes) her.

Die Lösung fand sich im Internet. Nach etwas experimentieren nutze ich nun folgende Mischung:

  • 2/4 Ameisensäure (75%)
  • 1/4 Aceton
  • 1/4 Nitroverdünnung

Beim Anblick dieser Lieferung frage ich mich wirklich, wieso der Frachtführer solch eine Sendung überhaupt angenommen hat. Der Kanister wurde ohne weitere Umverpackung (vgl. unten: Aceton und Nitroverdünnung MIT Umverpackung) versandt.

Achtung, Ameisensäure, Aceton und Nitroverdünnung sind brennbar/stark ätzend und Schädigen Augen, Haut sowie Atemwege. Unbedingt notwendige Schutzmaßnahmen ergreifen.

Damit die Lösung nicht zu schnell verfliegt wird eine Folie über die mehrfach überpinselten Stellen aufgetragen. Die Lösung verdampft fast restlos. Deshalb ist es unbedingt notwendig für ausreichend Belüftung bei der Arbeit zu sorgen.

Vor allem im Hinblick auf die stark bleihaltige Grundierung, welche vor 40 Jahren recht häufig benutzt wurde, ist die chemische Lackentfernung für uns die bessere Wahl. Ideal wäre wohl Sand- oder Trockeneisstrahlen. Dafür fehlen uns jedoch die Möglichkeiten (vor allem für Auffang/Entsorgung des kontaminierten Strahlguts) bzw. die Lust das schwere Teil nochmal irgendwo hin zu transportieren.

Lackieren

Meine Freundin wollte ebenfalls etwas zum Umbau beitragen und hat sich der Lackierung einiger Teile gewidmet. Das Ergebnis ist super geworden – gerade für die Seitentüre, welche gut sichtbar ist, ist das sehr wichtig.

Die restlichen Teile (und damit auch der Grundkörper der Maschine) kommen dann doch erst im Laufe des Januars an die Reihe. Da sich einige Teile jedoch noch im Zulauf befinden und andere noch überarbeitet werden müssen, können wir die Maschine ohnehin noch nicht zusammen setzen.

Montage

An manchen Stellen können wir so langsam schon an die Montage der Baugruppen denken.

Den Anfang macht der Reitstock. Der hat nicht all zu viele Teile und braucht auch erst mal keinerlei Ersatzteile.  Hier die neu lackierten bzw. gereinigten Teile.

Nach etwa einer Stunde Arbeit (und etwas Nacharbeit) sieht der Reitstock wieder fast wie fabrikneu aus…

Hier der vorher / nachher Vergleich des Hauptantriebs:

Und weiter surrt das Ultraschallbad… Bis alle Kleinteile komplett sauber sind, werden wir wohl noch einige Stunden und einige Liter Reiniger benötigen.

Erstes Fazit der doch vergleichsweise teuren Neuanschaffung: Top! Im Vergleich zu günstigen Ultraschallreinigern aus Fernost sind Geschwindigkeit und Reinigungsleistung um ein Vielfaches höher.

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